15. Oktober 2007

6-15 Oktober - von Darwin zurueck nach Broome

Die Zeit fliegt und waehrend sie das tut habe ich mir eine kleine Auszeit genommen.

Ich hatte eine schoene und v.a. entspannte Zeit in und um Darwin. Auch die Nationalparks (Kakadu und Litchfield) sind sehr nett, aber an Karijini, Purnululu oder Cape Range/Ningaloo Reef kommen sie nicht ran - aber gesehen haben sollte man sie schon, wenn man schonmal da ist ;)

Alles in allem war ich dann aber doch froh am 9. Darwin wieder den Ruecken kehren zu koennen, um mich auf den Weg ins zwar kaum kuehlere, aber bedeutend weniger “luftfeuchte” Broome zu machen - neben angenehmerem Klima auch noch Strand an dem man sogar schwimmen kann - das koennte in Darwin dank Salties und anderem wenig freundlichem Getier toedlich enden.

Das einzige Problem, das zwischen mir und Broome stand waren knappe 2000km, die binnen ca. 25 Stunden im Greyhoundbus bewaeltigt werden sollten. Also erstmal um sieben am Greyhoundterminal in Darwin City antanzen, nett laecheln, Gepaeck “einchecken”: “1 Gepaeckstueck?” - “Ja!” - “Gut. Hier das Label. Ausfuellen, am Rucksack befestigen und dann beim Fahrer melden. Der Bus wird irgendwann in Bucht 1 ankommen. Gute Fahrt.” Einchecken? Nun gut, Hauptsache mein Kram kommt von A nach B oder in diesem Fall Darwin nach Broome.

Die ersten vier Stunden verschlief ich im angenehm klimatisierten Bus fast komplett, wachte aber rechtzeitig zur Lunchpause in Katherine wieder auf. Subway und weiter auf den Victoria Highway aka Highway #1. Keine Ueberraschungen, die Strecke kuerzlich erst gefahren, also auch kein besonderes Highlight - viel Zeit zu lesen, nachzudenken, sich die Bilder der Reise, der letzten Tage im Besonderen, anzuschauen und VIEL Musik zu hoeren.

Entsprechend der im Fahrplan angegebenen Zeit trudelten wir in Kununurra zum Lunch ein. Notiz fuer Eigenbedarf: Hier MAXIMAL kleine Pommes zum Hamburger bestellen! Geschmeckt hat’s und in grademal 13 1/2 Stunden, mit 2 frischen Fahrern und grossem Anhaenger voll Post sollten wir ja auch “schon” da sein. 2 Stunden nachdem wir Kununurra verlassen hatten hielten wir unvermittelt an - Klima aus, Licht aus, Film aus - Busfahrer stieg aus, lief um den Bus, stieg wieder ein: “No need to worry, guys!” und die Fahrt ging weiter. 40 Minuten spaeter begann das Spiel von vorn - Klima, Licht, DVD aus - ein Glueck, dass der DVD-Player dort weitermachte, wo die Wiedergabe unterbrochen wurde, sonst waeren wir ueber die erste halbe Stunde von “Night at the museum” in dieser Nacht wohl kaum hinausgekommen! Immer wieder hielten wir kurz an, Motor aus, Motor an und weiter.

In Halls Creek - inzw. hatten wir uns, dank erwaehnter Aussetzer, mindestens eines verschiedenen Kaenguruhs und eines “midnight-runners” (auf dem Highway, in stockfinsterer Nacht), der zu einer Vollbremsung zwang und dann auf den Bus aufspringen wollte, bereits 2 Stunden Verspaetung eingehandelt.

Nach einem halbstuendigen “Krisentelefonat” mit der Zentrale und einem Mechaniker, in dem regelmaessig das Wort “overheat” zu hoeren war, an dessen Ende geschaeftig am Motor herumgewerkelt wurde verkuendeten die Fahrer das Problem geloest zu haben. Gut!

Als ich wieder aufwachte war es wieder hell und wir hielten in Derby, zwar 2 1/2 Stunden spaeter als vorgesehen, aber immerhin. Noch etwas weiterdoesen und endlich erreichten wir Broome.

Der erste Weg fuerhte natuerlich in den Kimberley Klub - mehr Resort, als Hostel - inkl. Bar und Pool: nett! Dummerweise war mein Bett noch nicht gemacht und sollte erst ab 12 zur Verfuegung stehen, also in die Stadt und einkaufen. Danach dann ins Zimmer, Sachen verstauen und dann: nichts! Suesses Nichtstun? Ich glaub’ das muss ich erst noch lernen! Nach zweimal durch die Stadt laufen und einer Runde im Pool beschloss ich, was tun zu muessen, als an’s Schwarze Brett und tatsaechlich suchte wer Kerle, um einen Container voll Moebel auszuladen - das schrie foermlich nach mir. Anruf: “Sorry, haben schon vier, aber vielleicht… Sei um halb 8 an der Rezeption.”

Hmpf - nicht die Traumantwort, aber da die Hoffnung ja zuletzt stirbt um halb 8 an der Rezeption.

Dylan und Chris warten auch schon, Damien faehrt im eigenen Wagen und zu meinem Glueck kann Chris2 nirgendwo gefunden werden - YES!

Den Rest des Tages schleppen wir Moebel vom Container in den Laden, verschieben Dinge, raeumen um und sind ununterbrochen klitschnass geschwitzt. Die Moebel sind alle aus Java importiert und hauptsaechlich Teak - unglaublich schoene Stuecke dabei, aber hoellisch schwer. Lohn: 130$ und die gradezu erloesende Frage, ob ich nicht morgen auch noch ein bisschen arbeiten wolle. Is der Papst katholisch?

Am Abend Pasta, Bier, bisschen mit Chris (Kiwi) quatschen - BETT.

Am naechsten Tag ging’s erst um viertel vor 10 los, also ausschlafen. Kerry holte mich wieder ab und angesagt war hauptsaechlich auspacken und ein wenig umdekorieren angesagt - bei 36 Grad auch schweisstreibend, doch scheinbar arbeitete ich zufriedenstellend, denn abends wiederum die Frage, ob ich nicht am Samstag noch vier Stunden arbeiten wolle.

Abends dann ausgedehnte Schachsessions mit Chris und Rene - nice - schon ewig kein Schach mehr gespielt! Ergebnis: durchwachsen, aber Spass hat’s gemacht!

Samstag siehe Freitag ;) - auspacken, umstellen, anpacken und dann Schach - zwischendurch noch eingekauft.

Die ganze Sache mit dem Job hat sich hier einfach hervorragend und einfach ergeben und bliebe ich laenger haette ich noch zwei weitere Jobs haben koennen - vielleicht komme ich ja spaeter wieder.

Sonntag schaffte ich es dann endlich an den Cable Beach: schwimmen, Sonne, lesen, entspannen und diesmal hat’s auch geklappt (das entspannen)! Den Rest des Tages verbrachte ich schon wieder mit Schach und tiefgreifenden Diskussionen - Menschen lernt man sowieso ohne Ende kennen - war ein richtig netter Tag - von der von mir befuerchteten Langeweile keine Spur.

Noch vier Tage bis die Australian Indigenous Tourism Conference beginnt, bei der ich auch ein wenig mithelfen darf - bin richtig gespannt, wie das wird!