19-23 September - knappe 1800km weiter im Norden
Grade mal drei Tage raus aus Perth und es kommt mir wie ‘ne Ewigkeit vor.
Mittwoch ging es um halb acht los. 1 Stunde Fahrt, dann der erste
Stop: Yanchep National Park, noerdlich von Perth. Eigentlich
Tagesausflugsziel fuer Familien, denn Kangaroos und Koalas gibt es
hier in rauhen Mengen, aber die machen natuerlich nicht nur Kinder,
sondern auch deutsche Touristen gluecklich!
Weiter nach Norden und gegen 12 kamen wir dann auch am Tageshighlight
an - Pinnacles im Nambung National Park! Und sie sind auch
beeindruckend, die Flaeche auf der sie zu finden sind groesser, als
ich erwartet haette. So gross, dass einer unserer Passagiere verlorgen
ging - als wir ihn wieder hatten meinte er, dass er nichts als Sand
und Pinnacles gesehen haette - Scherzkeks
“Um die Ecke” schnell zum Mittagessen: cold meats and salad - nicht
schlecht und scheinbar bekamen wir auch alle satt.
Naechster Punkt: Horroretappe bewaeltigen!
Als wir in Kalbarri ankamen hatten wir Deutschland einmal Nord-Sued
durchquert - mahr als 750km - der Abend wurde dementsprechend schnell
beendet: Essen (was garnicht einfach zu bekommen war - mehrere
Busgruppen im Ort und alles “wegreservier”), Bier, Bett.
Die erste Aufgabe am naechsten Tag bestand darin unseren lieben
Fahrgaesten zu erklaeren, dass sie fuer’s Mittagessen selbst
verantwortlich sind und es dort, wo wir sein wuerden, kein Restaurant
gibt. Erst ein kleiner Aufstand, aber dann kauften alle beim
Supermarktstop fleissig ein. Gut, ab in den Kalbarri National Park. In
einer sonst recht flachen Bushlandschaft hat sich hier der
Murchison-River tief ins Gestein gegraben und spektakulaere Gorges
geschaffen. Die bekannteste Attraktion, und das wohl auch zurecht, ist
“Nature’s Window” - ein Loch in der Mauer, nur in ueberaus ansehnlich
und in schoenster Lage.
Einem Thorny Devil, der uns ueber den Weg lief duerfte die
Aufmerksamkeit nicht ganz recht gewesen sein - so oft wurde er bislang
mit Sicherheit noch nie fotografiert (es sei denn er ist auch schonmal
einer japanischen Reisegruppe begegnet - Klischee lass nach). Was mich
total faszinierte - er trinkt kein Wasser, sonder laesst es sich ueber
Kanaele in der Haut direkt in den Mund transportieren!
Lunch gab es dann am Hawks Head-Lookout und scheinbar schmeckte auch
allen, was sie eingekauft hatten, alle schienen zufrieden (und es gab
auch keinen einzigen abwehrenden Kommentar als wir wieder zum
picnic-lunch anhielten).
Danach hatten wir mal wieder einen Fahrabschnitt zu bewaeltigen -
unglaublich wieviel Sauerei ein Schwarm Bienen auf einer
Windschutzscheibe hinterlassen kann!
Kurz vor dunkel, also knapp sechs Uhr, kamen wir in Monkey Mia an.
Entzuecken ueber die Zimmer und deren Lage (Dolphin Units) - wenig
Entzuecken ueber das, dank auch hier angekommener und bereits
erwaehnter Busgruppen, ausgebuchte, einzige Restaurant - wir bekamen
trotzdem noch einen Tisch. Bob und mich verschlug’s in die Monkey Bar
- value for money-Futter, gute Musik und Bier, gleich am Strand -
hoert sich schrecklich an, oder?! Backpackers paradise!
Freitag fruehmorgens bereits das Nonplusultra - DELPHINE! Anfassen
zwar verboten, aber sie kommen bis an den Strand, um sich ihre Fische
abzuholen. Der Tag konnte fuer die uns Anvertrauten ja nur gut werden!
Beeindruckender fand’ ich allerdings den Walk mit Capes, einem
Aboriginal Guide, dessen Familie seit knapp 6000 Jahren in der Shark
Bay area lebt - die einstuendige Tour dauerte dann zwei und ich habe
mehr ueber die Kultur der Malgana (das dort lebende Aboriginalvolk)
und v.a. das Verhaeltnis zur Natur und Gathaagudu (zwei Wasser - der
Aboriginalname der Shark Bay) gelernt, als nach einem ganzen
Lonely-Planet-Studium.
Aber irgendwann mussten wir auch weiter, also los: Stop am Shell Beach
(ein Strand aus Milliarden kleiner Herzmuscheln) und Lunch an den
Stromatoliten.
Sehen vielleicht aus wie profane Felsen, sind aber Cyanobakterien, die
diese “Fels”-formationen bilden und dabei Sauerstoff produzieren. Die
aeltesten gefundenen Stromatolitfossilien sind etwa 3 1/2 Milliarden
Jahre alt. Die “Jungs” und ihre Verwandten haben vermutlich ueber 2
Milliarden Jahre erstmal genug Sauerstoff produziert, damit fuer uns
nu genug da is.
DANKE STROMATOLIT! ![]()
Weiter ging es nach Carnarvon, was aber nur einen strategischen
Zwischenstopp zur Uebernachtung darstellte.
Tags drauf brachen wir frueh auf, um moeglichst viel Zeit in coral Bay
verbringen zu koennen! Warum? Nun ja, weil Coral Bay das Gateway zum
Ningaloo Reef ist, kein rausfahren mit dem Boot noetign, dondern
einfach ins Wasser und los. Traumstrand plus Traumschnorchelgebiet -
perfekt!
Mit den Passagieren ging es auf eine 1-stuendige Glasbodenboottour -
erstaunlich gut, aber selbst erschnorcheln bekommt von mir trotzdem
den Vorzug!
Doch auch der schoenste Tag und so weiter, also in den Bus und weiter
nach Exmouth - Passagiere ins Potshot-Resort (aus den Augen, aus dem
Sinn *g*), Bob und ich im Exmouth Cape Holiday Park. 1 Haeuschen mit
Kueche und ywei ueberaus ordentlichen Schlafzimmern - wunderbar! In
die Bar um die Ecke (meine teuersten Biere bisher!), dann einen Karton
(ein Carton enthaelt 30 Dosen Bier je 0.375ml) erworbend und zurueck
in unser “Chalet” - grade rechtzeitig zum von Chris zubereiteten
Abendessen!
Wer nun wieder Chris ist? Tourguide einer “normalen” Western
Xposure-Tour, die zu einem grossen Teil parallel zu unserer verlaeuft.
Also Futter, Bierchen und nette Gespraeche mit netten Menschen aus
Korea, Japan, Schottland, der Schweiz, Brasilien und, natuerlich,
“Team America”! Lustig is’ scho!
Naechster Morgen: Luxus! Es ging erst um 8 Uhr los - wunderbar!
Erstmal einkaufen (richtig: picnic-lunch) und ab in den Cape Range
National Park. Leuchtturm mit Wahnsinnsaussicht. Turquoise Bay -
Strand, schwimmen, schnorcheln am Ningaloo Reef - nicht mehr weg will!
Naja - irgendwann muessen wir aber weiter und es lohnt sich, denn die
Bootsfahrt auf dem “Yardie Creek” ist dank praechtiger Farben,
unzaehligen Voegeln und anderen Tierchen entlang des Creeks ueberaus
sehenswert. Ein Rockwallabie (bedrohte Art) beging den Fehler aus
seiner Deckung zu kommen und war dann wohl so verwirrt, dass es
vergass sich wieder zu verkruemeln, auf jeden Fall erging es ihm
aehnlich wie dem Thorny Devil ![]()
Den Cape Range National Park will ich auf jeden Fall nochmal besuchen
und ein bisschen Zeit mitbringen!
Nachmittags verbrachten wir noch etwas Zeit damit nach Buckelwalen
Ausschau zu halten - leider vergeblich - was an so einem genialen Tag
aber auch nicht weiter stoerte. Dann war Schluss, wir verfrachteten
unsere Gaeste zurueck ins Hotel und gingen erstmal fleissig fuer die
naechsten Tage einkaufen und der Bus musste auch ein wenig gereinigt
werden - der Abend wurde aehnlich dem vorhergehenden verbracht -
ueberaus praktisch so eine zweite Gruppe, die sowieso kochen muss ;)!
Fortsetzung folgt!

